Im Titel dieser computergenerierten Videoarbeit klingt der lateinische Bergriff der Ratio an als Verweis auf vernunftmäßig bestimmte Areale, mehr noch aber meint er im Englischen das Verhältnis zweier Größen, hier bezogen auf die Relation des Betrachters und den virtuellen Maßstab der Videoprojektion. Betritt eine Person den Raum, so erblickt diese auf der gegenüberliegenden Wand in der Art einer Luftspiegelung das überlebensgroß projizierte Bild einer menschlichen Figur, welche in besonderer Weise mit der Realität des Betrachters verschränkt ist. Jede Bewegung, die der Besucher im Raum ausführt, wird von Sensoren erfasst und innerhalb der Projektion nachvollzogen und somit in den virtuellen Raum des generierten Bildes übertragen. Hierbei kommt es zu einer paradoxen Erfahrung: je näher er dem Bild kommt, um so mehr entfernt sich die Figur, um schließlich, wenn die Bildfläche zum Greifen nah scheint, gänzlich zu entschwinden. Die Schnittstelle wird zur Leerstelle, präsentiert sich nicht als Ort eines fließenden Übergangs, sondern vielmehr als Abrisskante, an der die kategoriale Differenz der Sphären des Realen und Virtuellen offenbar wird. (Reinhard Buskies)

The title of this computer generated video worl includes the reference to the latin based term of ratio as a reference of reason, but even more to the rapport between  two sizes, in this case the reference to the relationship of the viewer to the virtuell size of the video projection. When a person enters the room, he is faced with a larger than life projected image of a human figure on the opposite wall, resembling a mirage. This mirage is connected in a particular way to the reality of the viewer. Every move the person makes, gets recorded by sensors and mirrored into the projected virtuell space. Doing this, the viewer experiences a paradox. The nearer the person approaches the projection, the farther it moves away, until it finally, when it seem within reach, disappears into the void.